1. Warum ist der Retailbereich besonders spannend für Architekten und Raumschaffende?
Retailflächen stehen unter ständigem Innovationsdruck. Sie müssen sich immer wieder neu erfinden, um für Kundinnen und Kunden attraktiv zu bleiben. Heute geht es im Retail weniger um das Produkt selbst, sondern um die Inszenierung der Marke und das Erlebnis im Raum.Architekten und Raumschaffende erhalten im Retailbereich eine gestalterische Freiheit, die im klassischen Hochbau oft nicht gegeben ist, allerdings innerhalb der definierten Markenwelt.
Die Projektzyklen sind im Retail in der Regel kürzer und verlangen wirtschaftlich effiziente Prozesse. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine zukunftsorientierte Planung, Themen wie digitale Verkaufsflächen, Raumführung, One Selling Point und psychologische Wirkung der Räume spielen eine zentrale Rolle. Der Raum wird selbst zur Bühne für die Marke und beeinflusst aktiv die Kundenbindung.
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Wiederholbarkeit: Retailräume müssen oft repliziert oder in abgewandelter Form an anderen Standorten umgesetzt werden, was hohe Anforderungen an die gestalterische Klarheit und technische Umsetzbarkeit stellt. Kurz gesagt: Retailräume sind Markenräume, und das macht sie für Architekten und Raumschaffende besonders relevant.
Plattenleger gesucht? Unser Tochterunternehmen SteinPur GmbH ist auf das Verlegen von Natursteinplatten und Keramikplatten spezialisiert.
2. Wer war bei diesem Projekt involviert?
Bauherr:
Brunschwig Holding SA
Rue du Marché 34
1204 Genève
Auftraggeber:
Works Architektur & Immobilien AG
Bellerivestrasse 18
8008 Zürich
Architekten:
Version B, CH-1145 Bière
SARAH LAVOINE SAS, Rue Gaillon, 75002 Paris
Fliesen:
stone-atelier ag
Ausführende Plattenlegearbeiten:
STEINPUR GMBH (Tochterfirma von stone-atelier ag)
3. Was für ein Projekt ist Bongénie (ehemals Grieder)?
Beim Projekt Bongénie handelt es sich um die Transformation eines traditionsreichen luxus Kaufhauses in ein modernes Luxuskaufhaus. Das Kaufhaus befindet sich nun an zentraler Lage in Zürich an der Bahnhofstrasse 3. Davor war das Kaufhaus Grieder in der Bahnhofstrasse 30 in Zürich. Die Gesamtfläche beträgt rund 4000 Quadratmeter und wurde komplett neu gestaltet. Das Konzept des Hauses basiert auf einem Shop-in-Shop-System mit über 250 internationalen Marken – darunter Burberry, Dsquared2, Levi’s und Versace. Auch ein edles Restaurant und ein stilvolles Café sind vorhanden. Das Ziel war es, eine hochwertige Retailwelt zu schaffen, die Markenidentität, Erlebnis und Raumgestaltung in Einklang bringt.
4. Welche Bereiche wurden mit Materialien von stone-atelier ausgestattet?
stone-atelier ag durfte das Material für verschiedene Bereiche des Projekts liefern. Dazu gehörten die Bodenbeläge im Erdgeschoss und Untergeschoss sowie ausgewählte Zonen rund um die Treppen, die Bäder und die Gastronomieküche sowie Garderobe und Allgemeinräume.
Die Plattenverlegung erfolgte durch das Tochterunternehmen STEINPUR GMBH. Wandbeläge und weitere gestalterische Elemente kamen im späteren Bauverlauf ebenfalls hinzu
5. Welche Natursteinplatten wurden verlegt?
Im Erdgeschoss verlegte STEINPUR GMBH den hellen Travertino Classico Romano (15 cm × 80 cm × 2 cm) aus Italien. Dieser Naturstein wurde im Sonderformat „Fischgrat“ ausgeführt, was dem Raum ein besonders elegantes und individuelles Erscheinungsbild verleiht. Im Untergeschoss kam der ebenfalls italienische Travertino Noche in gleicher Verlegeart zum Einsatz. Dieses Format hebt sich deutlich von klassischen Plattenmassen ab und unterstreicht den exklusiven Charakter des Kaufhauses.
Für die Waschtische und die Böden in den Nasszellen wurde eine Sonderproduktion aus dem französischen Stein Pierre de Bourgogne realisiert. Ergänzend wurde in der Bar der recycelte und eingefärbte Naturstein La Petra Compattata aus Italien verlegt, ein nachhaltiges Produkt mit hoher gestalterischer Wirkung.
6. Welche Keramikplatten/Keramikfliesen kamen zum Einsatz?
In den Nasszellen, Waschtischen, Treppen, Möbel kamen Platten aus der Serie Faience des italienischen Herstellers Marazzi zum Einsatz, ebenfalls als Sonderproduktion. Diese Fliesen wurden von STEINPUR GMBH verlegt.
Ein weiteres Highlight ist die Mosaikverlegung mit Fliesen von Winkelmans. Jede einzelne Platte wurde separat verlegt, bis das gewünschte Muster am Boden sichtbar wurde. Dieses Mosaik wurde exakt nach den Vorstellungen und dem Design des Architekten verlegt.
Die Wandflächen im Restaurant wurden mit Fliesen der Serie Flauti von Ceramica Vogue ausgestattet. In der Gewerbeküche sowie in den Garderoben und Nasszellen wurden zusätzlich sogenannte technische Platten verwendet, die spezielle Anforderungen an Rutschfestigkeit und Hygiene erfüllen müssen.
7. Wie gross war die Fläche und wie lange dauerte die Bauzeit?
Das Projekt umfasste 2’500 m² Gesamtfläche, davon 1’500 m² Natursteinboden und 1’000 m² Keramikflächen. Die Bauzeit war sehr kompakt und lief von September 2024 bis Dezember 2024. Für ein Retailprojekt dieser Grösse ist das eine ambitionierte Zeitvorgabe, die nur durch eingespielte Teams und exakte Koordination eingehalten werden konnte. Impressionen Bauzeit:
8. Welche technischen Herausforderungen mussten gelöst werden?
Eine der grössten Herausforderungen war das Fischgrätformat auf grosser Fläche. Bei Platten mit 2 cm Stärke ist höchste Präzision gefragt, bereits ein Millimeter Abweichung kann sich über Meter hinweg potenzieren und zu sichtbaren Fehlern führen. Hier zeigte sich die Erfahrung des Teams von STEINPUR.
Ein weiteres technisches Detail war die runde Verlegung von Hexagonplatten aus Naturstein – eine komplexe Aufgabe, die höchste Genauigkeit und Materialverständnis erfordert.
Auch das Mosaik wurde nach exakter Vorgabe des Architekten verlegt. Jeder einzelne Stein wurde millimetergenau gesetzt, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
In der Gewerbeküche waren besondere Anforderungen an Abdichtungen, Epoxyfugen und Rutschhemmung zu erfüllen. Alle Elemente, von den Fliesen bis zu den Kantenprofilen, wurden individuell abgestimmt. Selbst Messingprofile im Radius wurden von stone-atelier ag produziert und geliefert.
Ein grosser Dank geht an das Team von STEINPUR GMBH ohne euch wäre das nicht möglich gewesen, das jetzt der Raum so schön wirkt und viele Menschen ein tolles Einkaufserlebnis haben.
9. Gab es auch menschliche Herausforderungen im Projekt?
Natürlich bringt ein Grossprojekt wie Bongènie auch menschliche und organisatorische Herausforderungen mit sich. Viele Gewerke arbeiten gleichzeitig auf engem Raum, oft unter Zeitdruck. In solchen Situationen ist Kommunikation der entscheidende Faktor.
STEINPUR GMBH achtet bei der Teamzusammenstellung darauf, dass immer mindestens eine oder zwei Personen mit schweizerischem Hintergrund auf der Baustelle sind, um die Kommunikation zu erleichtern. Die enge Abstimmung mit anderen Gewerken und die übergreifende Koordination waren ein zentraler Erfolgsfaktor.
Besonders hervorzuheben ist die professionelle Bauleitung durch Luc Emery von Works, der das Projekt herausragend (anders kann man das nicht sagen) und mit Weitblick begleitet hat.
10. Wer traf die gestalterischen Entscheidungen?
Die grundlegenden Design- und Planungsvorgaben kamen von den verantwortlichen Architekten aus Frankreich SARAH LAVOINE sowie den Architekten von Version B und der Bauleitung von Works Architektur & Immobilien AG. Gemeinsam mit den Fachplanern und dem Bauherrn wurden alle wesentlichen Entscheidungen abgestimmt.
11. Wie sehen die Ergebnisse aus?
Die fertigen Räume im Kaufhaus Bongénie sprechen für sich: edel, klar, hochwertig. Die eingesetzten Materialien, das präzise Handwerk und die durchdachte Raumwirkung zeigen, wie Architektur, Materialwahl und Ausführung in Einklang gebracht werden können.
12. Warum war die Kombination aus stone-atelier ag und STEINPUR GMBH für die Bauherrschaft von Vorteil?
Indem sowohl die Materiallieferung als auch die Verlegung aus einer Hand kamen, konnten zahlreiche Schnittstellen vereinfacht werden. Die Koordination lief effizienter, die Abläufe auf der Baustelle waren reibungsloser und der Bauherr profitierte von einem besseren PreisLeistungs-Verhältnis.
Ein weiterer Vorteil: Durch die enge Zusammenarbeit zwischen stone-atelier ag und STEINPUR GMBH konnten auch kurzfristige Sonderlösungen schnell umgesetzt werden.




































